Gastautorin: Selina Amara Pichler

Es ist neu, modern und aufregend: Trendsetting. Und deswegen fährt die heutige Generation auch so sehr darauf ab.

Es gibt zwei Arten von Trends: die, die im Alltag reichlich vorhanden sind (hier mal ein Hallo an den Fidget Spinner) und wir nach kurzer Zeit wieder vergessen haben, und die, die von Zeit zu Zeit wieder aufblühen und ein neues, individuelles Comeback feiern.

Erstere Art von Trends finden wir vor allem auf sozialen Netzwerken, allen voran Instagram. Die poppen zwischendurch gerne mal auf, bis irgendwann alles damit zugekleistert ist und man selbst schon fast in Versuchung gerät, es auch auszuprobieren. Allerdings eine kleine Warnung vorweg: die funktionieren meistens nicht. Sei es die schwarze Gesichtsmaske für schöne Haut oder Kleidungstücke von irgendeiner Online-Marke – die kosten viel und können nix. Grundlegend leben diese Trends eigentlich nur vom kurzzeitigen Hype und von Menschen mit zu viel Geld.

Zweitere Art von Trends feiern ihr Comeback einige Male und werden wohl von einigen Leuten als kitschig empfunden. Ein Beispiel dafür ist momentan in der Modelwelt zu finden: „Back to the ’80s“. Damit gehen einerseits viele Muster, grelle Farben und außergewöhnliche Materialien einher und andererseits auch interessante Prints und Bandnamen auf T-Shirts. Ich persönlich bin ein großer Fan davon, wobei der Fakt, dass ich früher immer mit meinen Eltern Beatles, Madonna und ABBA gehört habe, wahrscheinlich viel von meiner Meinung ausmacht.

Ich sehe aber auch immer wieder Leute in der Stadt, allen voran Frauen und Mädchen, die sich in einen wandelnden Modeblog verwandelt und so ziemlich alle jetzigen Trends in einen einzigen Look verpackt haben.

Ich finde das wahnsinnig interessant: Wir leben in einer Zeit, in der so gut wie alles akzeptiert wird. Dadurch können einige Leute sich wirklich individuell entfalten und das besonders durch ihr Äußeres zur Geltung bringen.

Trotz der vielen individuellen Möglichkeiten zur Selbstentfaltung sieht ein Großteil der „neuen“ Generation gleich aus. Eben deshalb, weil alle auf den gleichen Instagram-Trend-Look hinarbeiten. Dadurch wirken sie wie ein großer Haufen aus Makeup, Croptops und durchlöcherten Jeans. Wenn ich daran zurückdenke, wie ich mich mit 11 Jahren angezogen habe, und wie das die jetzigen 11-Jährigen tun, dann finde ich das schon ein bisschen arg. Und ja, ich bin erst 15, und JA, das ist noch nicht so lange her. Trotzdem könnte ich eine beeindruckende „Zu meinen Zeiten…“- Rede hinlegen, die wahrscheinlich der meiner Uroma gleichen würde. Trotzdem würde mich nie jemand lebend in den Sachen sehen, die ich früher angezogen habe. Nicht zuletzt deswegen, weil sie mir jetzt schon zu klein sind.

Um das Ganze etwas zusammenzufassen: Trendsetting ist schon genauso normal wie der Kaffee zum Frühstück, egal wie abgefahren der Trend auch sein mag.

 

Foto: Brooke Cagle/unsplash.com

Vielen Dank an unsere Sommerpraktikantin, Selina Amara Pichler, für den interessanten Blogbeitrag!