Im heutigen Blogbeitrag schreibt unsere Sommerpraktikantin Selina über Zukunftsträume für Schule und Beruf. Wer Zirkusdirektor werden möchte, soll das auch tun, ist die 15-Jährige überzeugt.  

Weil Schule manchmal gar nicht so schlimm sein muss, und weil Erwachsene doch nicht immer Recht haben.

Berufs- und Bildungswege zu diskutieren, ist eine interessante Art und Weise, Smalltalk zu führen. Das bekomme ich jedenfalls reichlich mit. Denn worauf spricht man Jugendliche wohl besser an, als auf zukünftige Pläne und Träume, die eben diese gerne umsetzen möchten.

Als 15-Jährige wären Hobbys und Freizeit da jetzt eher meine Option. Aber man will den Erwachsenen ja nicht reinreden, das wäre wohl ausgesprochen unhöflich. Wenn wir aber schon dabei sind, Pläne und Träume zu besprechen: Ich will einmal Werbe-Grafikerin werden. „Bewundernswert, dass du das in deinem Alter schon weißt, aber glaub mir, das ändert sich noch!“, ist übrigens die favorisierte Antwort unter Erwachsenen, wenn ich einmal anfange zu erzählen.

Ich habe mich schon reichlich vorbereitet und meinen Bildungsweg dementsprechend gewählt. Kurz gesagt – es gibt kein Zurück mehr. Nicht dass ich zurück will, natürlich. Nachdem ich ein Jahr auf der Ortweinschule verbracht habe, erscheinen mir andere Schulen sterbenslangweilig, und mich erfüllt ein fast träges Gefühl, wenn ich an den Montagmorgen denke (erste Stunde Biologie – nichts ist besser, als gleich nach dem Frühstück einen Film über Insektenlarven zu sehen), den ich die vorletzten vier Jahre zu ertragen hatte.

Man könnte fast sagen, ich ginge jetzt gerne in die Schule. Auf diese Aussage hin schauen mich eigentlich auch fast immer alle komisch an, als ob Schule nicht erträglich wäre. Ich gebe zu, Ferien sind trotzdem eine äußerst erwünschte Zeit, aber Schule macht mir nichts aus. Und das dürfte eben genau das sein, was so viele Leute nicht verstehen, obwohl man immer wieder hört, dass Schule die schönste Zeit im Leben ist.

Oder zumindest, dass man sich irgendwann einmal wünscht, wieder in die Schule gehen zu können (Lehrer dürften es in diesem Fall echt gut haben) oder wie „nett“ die Schulzeit doch war.

Um aber wieder zum eigentlichen Thema zurückzukehren: Bildungswege sind auf jeden Fall eine interessante Sache. Gerade ich bekomme eigentlich sehr viel davon mit, weil mich immer wieder Leute darauf ansprechen, ob nicht „eigentlich diese andere Schule besser für mich gewesen wäre“. Es ist definitiv nicht leicht, mit Fünfzehn seine ganze Karriere vorausgeplant zu haben, geschweige denn sich auch noch reichlich von Erwachsenen reinreden zu lassen, denn die ältere Generation neigt dazu, jeden alles wissen zu lassen. Nicht allzu selten wurde mir gesagt, dass ich das eh nicht schaffe und dass ich lieber realistisch denken sollte, weil „ich wollte auch einmal Zirkusdirektor werden und habe es nicht gemacht“. Aber da liegt ein wahnsinnig großer Unterschied zwischen versuchen und nicht schaffen und es erst gar nicht machen. “Es schaffen eh nur drei von hundert Menschen, ihren Traum zu verwirklichen, mach lieber gleich was G’scheites“, ist auch ein Favorit von mir. Aber die bedenken alle nicht: Die 97 % denken vielleicht genauso wie sie, und diese restlichen 3 %, die es dann wirklich schaffen, DAS sind dann so Leute wie ich.

Die, die jetzt schon wissen, was sie einmal machen wollen. Die, die sich schon jetzt dazu entschieden haben, welchen Weg sie gehen.

Weil Träumen ist gut, aber MACHEN ist besser!

Foto: unsplash.com/@benchaccounting

Vielen Dank an unsere Sommerpraktikantin, Selina Amara Pichler, für den interessanten Blogbeitrag!