Inspirationen zum Andersdenken.

Die diesjährige Typo in Berlin stand unter dem bezeichnenden Motto „Character.“ Die Vortragenden spannten einen weiten Bogen: Die Besucher erfuhren, wie man eine politische Persönlichkeit „charakterisiert“, wie man den „schlechten Charakter“ eines Hotels werblich nutzen kann oder auch, wie man im eigenen Unternehmen Charakter gegenüber den Mitarbeitern zeigt.

„Unmöglichkeiten sind für die schöpferische Arbeit sehr wichtig“

sagt Erik Kessel, Besitzer einer niederländischen Werbeagentur. Genau dieses Motto prägte die Kampagne der „Hans Brinker Hotels“. Was für eine Idee, extrem negative Umstände in den Mittelpunkt zu stellen! Und damit nicht nur aufzufallen, sondern auch noch wirtschaftlich erfolgreich zu sein und die Gästebeschwerden zu entschärfen. Wer traut sich denn auch noch, sich zu beschweren, wenn ohnehin alles schlecht dargestellt wird? Ein Teil der Kampagne waren diese Plakate:

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„The only way to test is to try“

betonte Jon Burgerman in seinem launigen Vortrag. Wenn Unerwartetes passiert, soll man sich auf das verlassen, was man hat. Als bildhaftes Beispiel erzählte er von einem Fußballspiel, bei dem plötzlich ein Frettchen das Spiel störte, indem es quer über das Feld lief. Was tun? Improvisieren – und nutzen was man hat: in diesem Fall die Hände, um das Tier zu fangen. Ganz wichtig: nicht enttäuscht sein, wenn es nicht gleich klappt. Schließlich gehört das Einfangen von Frettchen nicht zu den vorrangigen Fähigkeiten eines Fußballers J.

„Don’t complain, create“

ist Tina Roth Eisenberg überzeugt. Die Schweizerin weiß, dass Kreativität nur in einem positiven Umfeld entstehen kann. In ihrer Agentur nutzt sie unterschiedliche Tools, um diese Atmosphäre zu schaffen: In ihrem Büro steht eine große Kiste voll Konfetti – sobald es Grund zum Feiern gibt, wird’s bunt in der Agentur. Bei unangenehmen E-Mails und Telefonaten hingegen schützt ein über den Kopf gestülpter Wikinger-Helm. Für Tina Roth Eisenberg steht die Freude am gemeinsamen Tun im Mittelpunkt der täglichen Arbeit.

„A good idea has no border“
von Erik Kessel fasst für mich persönlich das gesamte Credo der hier gezeigten Werke, Ideen, Einstellungen und Präsentationen am besten zusammen.
Für mich war es wieder eine sehr tolle und anregende Veranstaltung, aus der ich viele Inputs mit nach Hause nehme.

Nadine Roßa, eine besonders talentierte Besucherin, fasste ihre Eindrücke so zusammen:

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Fotos: Norman Posselt