Heute ist es also wieder so weit: Schulbeginn – zumindest im Osten Österreichs! Gespitzte Bleistifte, volle Füllfedern, blütenweiße Hefte, spitze Zirkel und bunte Schultaschen warten darauf, von ihren stolzen – oder auch coolen, erfahrenen – Besitzern eingesetzt zu werden.
Besonders reizend sind dabei all jene, die ihrem ersten Schultag voller Aufregung entgegenfiebern. Die prall gefüllte Schultüte in der Hand, im feinen Kinderzwirn und mit großen Augen gehen sie ihre ersten Schritte in Richtung Schule.
Selbstverständlich werden die Smartphones gezückt, klicken die Fotoapparate und summen die Videokameras. Eltern und Familie freuen sich mit dem Nachwuchs und wollen den neuen Lebensabschnitt festhalten. Es ist ja auch wirklich ein ganz besonderer Tag!

Oft ein Klick zu viel

Doch was früher im Familienalbum landete, wird heute gepostet, geshared und geliked. Schnappschüsse werden hochgeladen und – schwupps! – sind sie einer medialen Öffentlichkeit zugänglich.

Was viele dabei vergessen: Das Internet vergisst nicht! Denn selbst dann, wenn Fotos wieder von Internetseiten gelöscht werden, sind sie keinesfalls tatsächlich verschwunden. Jeder User, der ein Foto betrachten kann, kann es auch auf seine Festplatte speichern. So ist das Bild jederzeit wieder parat zu einer – absichtlichen oder unabsichtlichen – Weiterveröffentlichung.

Das Recht am eigenen Bild betrifft besonders die Jüngsten unter uns – zumal sie selbst ja meist keine Chance haben, sich dagegen zu wehren. Es ist eine Sache, in Gruppen wie „Wir Kinder der 70er!“ freiwillig und augenzwinkernd ein Foto von sich selbst zu posten. Es ist eine andere, sich in 15 oder 20 Jahren für einen Job zu bewerben und einem HR-Manager gegenüber zu sitzen, der weiß, dass man als Vierjähriger in der getupften Badehose am Strand von Lignano Strandburgen gebaut hat.

Soziale Medien sind ein Teil unserer heutigen Kommunikation. Sie haben unbestritten viele Vorteile und – sie machen einfach auch Spaß! Der sorgsame Umgang mit persönlichen Informationen und vor allem auch mit Bildmaterial ist einfach ein Teil der Spielregeln, die dort beachtet werden sollten. Wer lediglich seiner entfernt lebenden Familie Fotos und Videos zeigen möchte, sollte alle Einstellungen seiner Privatsphäre genau prüfen.

Besser noch: Mit 14 Jahren kann das beschränkt geschäftsfähige Kind selbst der Veröffentlichung seiner Kinderfotos zustimmen. Schön, wenn es zu diesem Zeitpunkt mit dem pubertierenden Nachwuchs keine anderen Diskussionen gibt J

Foto: PhotographyByMK