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Am Wochenende nutzte ich die Zeit während meiner Zugfahrt, um in der kleinen Videofibel (Achtung: Buchtipp :-)) von Martin Wolfram zu blättern, da wir in der Agentur immer häufiger mit Videoproduktion zu tun haben. Und bei der letzten Besprechung habe ich ehrlicherweise festgestellt, dass ich teilweise keinen Plan von den Begrifflichkeiten dieser Branche habe: Daher war es höchste Zeit für eine kleine Einschulung. Bauchbinde? Nein, das ist keine Umstandsmode. Cleanfeed? Nein, das ist kein australischer Thriller. Roughcut? Nein, hat nix mit Kochen zu tun. Jetzt weiß ich Bescheid.

Atemlos durch YouTube
Mal kurz nachgesehen: Der aktuelle YouTube Hit in Österreich ist das Polizisten-Atemlos-Video. 3 Millionen Views, in 3 Wochen. Wir haben das Video im Büro angesehen, bis zum Ende  – übrig blieben fragende Blicke: „Und warum dieser Hype?“, fragte meine Kollegin. Und dann haben wir versucht zu analysieren… Trotzdem, ich find’s stinke-langweilig. Da sind die Nachahmer-Videos viel amüsanter. Einen Hype hat es aber auf jeden Fall losgetreten. Doch was sind die Zutaten für so einen Video-Hit?

„Der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler“
Was bewegt den User Videos anzusehen? Und dieses dann auch noch zu teilen? Oder nachzuahmen? Oder anders betrachtet: Wie produziert man ein Video mit Millionenreichweite? Mit E M O T I O N E N? Mit Storytelling? Oder ist es einfach ein glücklicher Zufall? Die Gestaltung von Videos ist ein unerschöpfliches Thema, räumt Martin Wolfram ein. Trotzdem gibt er uns einige Kriterien mit auf den Weg, um die Chance zu erhöhen erfolgreich (=möglichst viele Menschen schauen das Video bis zum Schluss) zu sein:

  • Relevanz
  • Humor
  • Große Gefühle
  • Spannung und Überraschung
  • Authentizität
  • Mehrwert
  • Die Dauer eines Videos
  • User-Generated Content
  • Gute Story
  • Spektakuläre Bilder
  • Eyewitness und Originalität
  • Flashmobs, Pranks (= Streiche spielen)
  • Personalisierung oder Interaktivität

Klingt ein bisschen wie die klassische Nachrichtenwerttheorie des Journalismus. Für mich ist klar: Der User muss einen Mehrwert haben – und der ist Unterhaltung oder Information. Das ist ja eigentlich nichts Neues und kennen wir ja aus der Werbung.

Doch warum bitte braucht ein Unternehmen Videos?
Gerade in der schnelllebigen Internet-Kultur, wo Inhalte sich ständig verdrängen, ist unsere Aufmerksamkeit unbezahlbar wertvoll. User sind anspruchsvoll und verwöhnt. Da muss man sich als Unternehmen etwas Besonderes einfallen lassen. Etwas, das im Gedächtnis bleibt oder etwas, worüber man mit Freunden, Familie, Arbeitskollegen spricht.

Menschen erinnern sich zu 20 % an Gehörtes, zu 30 % an Gesehenes und zu 70 % an Gehörtes in Kombination mit Visuellem. 70 % der Social Media User würden eher ein Video anklicken, als ein Bild oder einen Text.

Noch ein paar Argumente?
Mit Videos kann man den Sinn eines Produktes dem Konsumenten einfach darlegen. Außerdem boostet gut angelegtes Videomarketing die eigene Webseite im SEO Ranking. Mit Videos kann man die Markenbekanntheit erhöhen, mehr Leads generieren, die gesamte Online-Präsenz erhöhen – und sich an ein größeres Publikum wenden. Es trägt zur Image-Bildung bei. Und so weiter.

„Kreativer Ansatz ist, den YouTube Hit aus Österreich zu kreieren“
Wie gestaltet man denn nun das perfekte Video? Da gibt es eine einfache Antwort: Einen Profi an seine Seite holen! Unprofessionelle Videos können schnell lächerlich wirken. Zuvor sollte man sich gut überlegen, welche Botschaft man seinen Zusehern mitteilen möchte: Focus on the message!

Natürlich braucht man eine Plattform, um sein Werk zu präsentieren. Durch YouTube schafft man eine Basis (bestenfalls hat das Unternehmen einen YouTube Channel) – durch Videoportale wie MyVideo oder Vimeo steigert man den Bekanntheitsgrad weiter. Facebook ist hier genauso wichtig. Platziert man sein Video geschickt auf der Webseite – bestenfalls auf der Startseite, so erhöht man die Klickrate. Und das wichtigste: Ein Call to action – zum Teilen aufrufen.

Wir alle schauen Videos. Und wir selbst wissen am besten, welche Videos wir warum und wann ansehen. Auf dieses Gefühl sollte man sich wohl auch bei der Gestaltung von Videos verlassen. Besonders gerne bin ich auf Viralblog.com. Warum? Because I want to know what’s hip and happening in the social world. And you should, too.