ghetto-blaster Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich höre gerne eine vertraute Stimme am Morgen. Die Wettervorhersage für den Tag, Nachrichten aus aller Welt, Verkehrsinformation, Schwarzkappler-Kontrollen in den Öffis und Klatsch und Tratsch befördern mich in den Tag.

Und ich bin nicht alleine: Laut aktuellem Radiotest hören mehr als 80 % der Österreicher täglich Radio. Und das mehr als 191 Minuten. Man wird geweckt vom Radio, steht auf und rasiert und wäscht sich, putzt Zähne, frühstückt – und nebenbei läuft das Radio. Im Auto läuft es auch. Beim Einkaufen. Vielleicht sogar im Büro? Abends beim Kochen. Und, was ist das erste, das Sie am Morgen tun?

It’s old school but good school

Auch wenn das Radio ein Leben als Begleitmedium fristet, so ist es seit Jahrzehnten darin äußerst erfolgreich. Im Oktober feiert das Radio seinen 90. Geburtstag. Von „Marke Eigenbau“ aus Bierdeckeln und Alufolie in den 1920er Jahren bis zu Radio-Apps und Webcasts der heutigen Zeit hat sich das Radio zum Massenmedium entwickelt.

Und die Werbebranche ist immer dabei. 189 Millionen Euro an Mediabudget verbucht der Hörfunk jährlich in Österreich. Das sind immerhin fast 5 % des gesamten Werbeaufkommens. Radio hilft, damit Botschaften schnell und kostengünstig Massen von Menschen erreichen.

Ich bin kaum einem Radiosender treu. Ich genieße das vielfältige Angebot. Je nach Laune wechsle ich Sender und Programmangebote. Dass ich hier ganz passiv bin, stört mich gar nicht. Gerade in den Zeiten der interaktiven Medien, wo ein ständiger Rollenwechsel stattfindet und man oftmals die aktive Rolle (posten, kommentieren, retweeten und bloggen) einnimmt, ist Passivität hier irgendwie besonders angenehm.

Und weil ich gerade so ehrlich bin: Ich mag Radiowerbungen. Und Claims. Je schräger und kreativer desto besser. Obwohl: Stop! „Jeder Song ein Ei-Light“?? Was will man uns damit sagen? Es gibt eine schier endlose Liste an echt miesen Claims, oftmals von den Radiostationen selbst (hier zu finden)!

Schlechte Werbung ärgert, die gute wird gern gehört. Das Radio regt die Phantasie an, es entstehen Bilder im Kopf und es weckt Emotionen. Und laut Studien macht es auch glücklich. Das werblich am meisten unterschätzte Medium ist noch lange nicht tot.