SUPER_klDer Su­per­la­tiv ist laut Duden in der Sprachwissenschaft die zweite Steigerungsstufe in der Komparation und wird auch Höchststufe genannt. Bildungssprachlich beschreibt er Dinge, die zum besten gehören und nicht zu überbieten sind, und er ist ein Ausdruck höchsten Wertes und Lobes.

In diesen Tagen können wir in Superlativ-Nachrichten richtiggehend baden:
Heute titelt der KURIER „Das bleibt von Brasilien – WM der Superlative.“ Schon vergangenen Dienstag konnte – wer wollte – mit dem WM Halbfinale Brasilien gegen Deutschland laut Stuttgarter Zeitung ein Spiel der Superlative verfolgen.
Mit Stardirigent Lorin Maazel verstarb am Sonntag laut deutscher Presse Mr. Superlativ. Und leider auch Gert Voss, der 1995 von der Times zum besten Schauspieler Europas gekürt wurde.
All diese Menschen haben Außergewöhnliches geleistet, und daher sind die Bezeichnungen angebracht.

In der Werbung und Kommunikationsarbeit hingegen dient der Superlativ oftmals als plakatives Stilmittel – und mutiert durch inflationären Einsatz nach und nach zur ersten Steigerungsstufe, dem Positiv. Kaum jemand bietet noch kompetente Beratung oder feine Wurstwaren. Viel mehr lauten die Beschreibungen: „Höchste Beratungskompetenz, größte Sortimentsqualität, bestes Serviceangebot, attraktivstes Einkaufserlebnis in Österreich“. So gelesen auf der Website eines Sportartikelhändlers. Ganz abgesehen von wettbewerbsrechtlichen Grundlagen stellt sich hier die Frage der Glaubwürdigkeit, aber auch des Gehörtwerdens.
Ich denke, eine derartige Anhäufung an Superlativen sollte sich ausschließlich im Guinness Buch der Rekorde oder ähnlichen Aufzählungen wiederfinden. Im täglichen Sprachgebrauch, und dazu zähle ich auch die professionelle Kommunikation, sollte die Höchstform wohlüberlegt und gezielt eingesetzt werden.

So unmäßig oft, wie der Superlativ derzeit zu hören ist, wirkt er unehrlich, altbacken und ja, auch langweiligst.