senftblog_140707Public Relations. Öffentlichkeitsarbeit. Kommunikationsmanagement. Marketing. Medienarbeit. Integrierte Unternehmenskommunikation. Krisen-PR. Issue-Management. Der Begriffs-Potpourri zur Einstimmung macht deutlich, in welchen unterschiedlichen Erscheinungsformen Public Relations auftritt.

Aktuell weiß niemand so richtig, wie viele Personen mit welchen Karriereverläufen und mit welchem Rollenverständnis im Berufsfeld Public Relations in Österreich tätig sind. Doch diese Daten und Fakten sind unabdingbar für das Selbstverständnis der PR. Nach Zählungen aus dem Jahr 2011 sind etwa 6.300 PR-Leute hierzulande tätig. Doch wer sind all diese Fachmenschen, Spezialisten, Berater? Woher kommen sie? Und wie wird man zum Experten?

Fakt ist, dass die PR-Branche stetig wächst. So wie auch das Bildungsangebot. Derzeit sind etwa 68 Vor-, Aus- und Weiterbildungsangebote mit Schwerpunkt PR zu verzeichnen. Die zahlreichen Ausbildungsmöglichkeiten leisten einen wesentlichen Beitrag zur Professionalisierung: 1987 verfügten ca. 57 % der PR-Leute über ein abgeschlossenes Studium, 2000 waren es schon ca. 89 % – Tendenz steigend. Das Ausbildungsniveau der PR-Fachkräfte ist somit überdurchschnittlich hoch. Vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass PR in Österreich immer noch ein freies Gewerbe ist, ist gerade dann die Ausbildung eine bedeutsame Qualifizierungsmaßnahme. Als Berufseinsteiger hat man ohne einschlägige Ausbildung ohnehin kaum mehr Chancen auf einen geeigneten Job in der PR. Doch welches Studium soll man wählen? Sozialwissenschaften oder Wirtschaftswissenschaften? Fachhochschule oder Universität?

Ein wissenschaftlicher Zugang ist zwar gewinnbringend, jedoch ohne Praxisnähe nicht zielführend. Mag. Dr. Klaus Lojka, Studienprogrammleiter des Wiener Instituts Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, sagte zu Beginn meines Studiums: „Die Universität Wien bietet Ihnen eine Vorbildung. Wenn Sie sich eine Berufsausbildung erwarten, dann sind Sie hier falsch“. Das blieb mir im Gedächtnis. Auch Mag. Peter Thier formulierte einst bei einer Festrede: „Ich war Absolvent an der Uni Wien, und noch heute staubt es mir aus den Ohren, wenn ich zurückdenke“.

Bereits ab 1960 wurden an der Uni Wien die ersten PR-Vorlesungen angeboten. Mitte der 80er Jahre wurde an den drei kommunikationswissenschaftlichen Instituten Wien, Salzburg und Klagenfurt im Rahmen der Publizistik-Studien PR/Öffentlichkeitsarbeit als Studienschwerpunkt eingeführt.
Seit 1987 bietet die Universität Wien die erste universitäre PR-Ausbildung in Form eines eigenen Universitätslehrganges an – damit war die Uni Wien in den 1980ern allein auf deutschsprachigem Flur. Albert Oeckl, einer der deutschen PR-Pioniere, betonte damals: „Wenn man PR studieren möchte, so muss man eigentlich nach Österreich fahren“. Seither sind einige weitere Ausbildungslehrgänge an FHs und anderen Bildungseinrichtungen hinzugekommen.

Wussten Sie, dass Public Relations eines der ältesten Berufsfelder unserer Geschichte ist? Bereits seit der Geburtsstunde Österreichs sind PR-Tätige am Werk.

Prof. Burkart von der Uni Wien stellt sogar die These auf, dass PR so alt ist wie die Menschheit selbst. Doch back to present: Auf dem Kommunikationstag 2014 mit dem Generalmotto „Strategie und Verantwortung“ konnte ich viel Neues mitnehmen. Und der ungebremste Aufschwung der PR-Branche ist trotz der weltweiten Rezession weiterhin spürbar. Der Keynote-Speaker Paul Holmes bringt es auf den Punkt: „The need and demand for PR has never been higher these days“.

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