iStock_000023854934Small_©franckreporterAus Fehlern lernt man. Eine alte Weisheit, die natürlich auch in Zeiten der Digitalisierung und der sozialen Medien immer noch Bestand hat. Und gerade dort stehen Fehler – auch bei professionellen Kommunikatoren – an der Tagesordnung. Umso feiner und lehrreicher, wenn man diese mit einem Experten gemeinsam zusammenfassen kann – auf dass man sie in Zukunft weitgehend vermeide. So geschehen beim heurigen Kommunikationskongress in Berlin. Christian Arns, seit 2008 Leiter der Deutschen Presseakademie, leitete einen arbeitsintensiven, aber auch unterhaltsamen Workshop.

Und hier „Die 10 schönsten Fehler in sozialen Netzwerken“:

  1. Nebenbei kommunizieren.
    Noch immer nicht bei allen angekommen – 2.0 Präsenz ohne Personal zur Strategiefindung und Betreuung funktioniert einfach nicht.
  2. Nicht auf Kommentare reagieren.
    Dabei sein ist nicht alles. Wer postet muss auch reposten.
  3. 2 Wochen nach Erscheinen Postings ändern.
    Tatsächlich gefordert vom Vorstand einer Workshop-Teilnehmerin. Wir haben nicht nachgefragt, wie sie diese Forderung diplomatisch beantwortete 🙂
  4. Kommentarloses Löschen von Posts.
    Wer als Administrator ein Posting eines Users löscht, hat auch die Aufgabe zu erklären, warum er das tut.
  5. User für dumm halten.
    Insofern auch ungeschickt, da man ja das Gegenüber eigentlich nicht unbedingt wirklich gut kennt.
  6. Kein Monitoring betreiben.
    Würde bei Printmedien keinem Profi – und auch nicht seinen Vorgesetzten und Kunden- in den Sinn kommen. Also, warum nicht auch bei den digitalen News?
  7. „Toller Hecht“ Postings.
    Das können vor allem Frauen an Männer-Kommentaren nicht leiden. Könnte man ja auch nachsichtig beurteilen, frei nach Manfred Hinrich: „Ein toller Hecht ist vielleicht nur ein unglücklicher Karpfen“.
  8. Kindersprache.
    Und das wollen Männer bei Frauen-Postings nicht lesen: Supi, supili und Co. gehen gar nicht.
  9. Fragen nicht beantworten.
    Vor allem auf Unternehmensseiten in Facebook und Co. darf erwartet werden, dass jemand reagiert. Und bitte rasch.
  10. Interna ausplaudern.
    Sollte eigentlich klar sein, isses aber nicht.

So, und wenn auch ohne Ranking, aber mindestens genauso ärgerlich:

  • Keine Regeln.
    Wer als Unternehmen im Internet auftritt, sollte auch intern klären: Wer darf hier wann was und mit welchen Worten posten?
  • Unglaubwürdige Posts.
    Niemand will hier lesen, dass die Firma XYZ die beste, schönste, größte… ist. Boring. Glaubt man ja im Print auch nicht.
  • Zu spezifische Postings („Fachchinesisch“).
    Wie auch in der „realen“ Welt gilt: Die Botschaft muss für den Empfänger klar und gut verständlich sein.
  • Copy & paste von konventionellen Pressemeldungen.
    Investieren in Umformulieren lohnt sich.
  • Darauf reagieren Männer allergisch: Fotos von Kindern (eigene oder andere), Speisen, Shopping-Beute, Zimmerpflanzen.

Nun, diese Ergebnisse hätten wir also zusammengestellt – und wir arbeiten dran, möglichst viel davon zu vermeiden.