„Machen wir’s doch wie die Jungen“, war der Vorschlag eines lieben Kollegen, mit dem ich ich mich ab und zu zum Gedankenaustausch über Gott und die Welt, unsere Branche und unsere aktuellen Projekte treffe. Es ging darum, einen geeigneten Termin und einen geeigneten Ort für unser Meeting zu wählen. Mein Vorschlag war einfach: am 16. Oktober, um 16 Uhr im Cafe Europa. Wenn das Wetter schön sei, könnten wir draußen sitzen, wenn nicht, würden wir schon drinnen ein Platzerl finden. Sein Gegenvorschlag: „Machen wir es doch wie die Jungen. Treffen wir uns am 16., um ca. 16 Uhr in der Nähe vom Café. Wer zuerst da ist, ruft den anderen an und dann machen wir es uns genau aus.“

Nun gut, der 16. Oktober kommt. Ich rufe drei Stunden vor dem vereinbarten Termin an, um zu fragen, ob es bei unserem Meeting bleibe und um zu fixieren, wann und wo genau wir uns treffen würden. Darauf die Antwort: „Ja freilich, der Termin steht und wir rufen einander wie vereinbart an, wenn wir dort sind.“ Na gut.

Schließlich ist es so weit. Mit der Rolltreppe rauf aus der U-Bahn. Da erreicht mich das erste SMS: „Komme 4 min später.“ Gut, muss ja eh noch schnell zum Bankomat. In der Schlange hinter mehreren Touristen wartend, erreicht mich das zweite SMS. “ Euro oder Sega?“ Ich steh vor dem Bankomat und warte auf mein Geld, also fällt meine Wahl auf „Euro“. (Für alle Nicht-Wiener: Cafe Europa vs. Café Segafredo). Kaum habe ich das Brieftascherl wieder in der Handtasche verstaut, wieder ein SMS „Bin schon da.“ Also mach ich mich auf den Weg, da klingelt es schon wieder. „Sitz heraussen“. So schön. Wir finden einander und es wird ein wunderbarer Gedankenaustausch.

Aber kann mir jetzt bitte  jemand erklären, was daran  besser ist, wenn wir es wie die Jungen machen?