Mein HipstaPrint 991401925Letzte Woche war es soweit: Die langersehnte Geburtstagsparty unseres Sprösslings stand an. Am Wunschzettel des Zweijährigen – ein eigenes Klettergerüst mit Schaukel. Gut verpackt – und vor allem versteckt –warteten die sperrigen Einzelteile auf ihren großen Einsatz. Und weil wir dem Kind ja nicht den Überraschungseffekt nehmen möchten, wird erst am Tag der Feier aufgebaut. Ein Sonntag versteht sich. Mit Hammer und Bohrmaschine bewaffnet versammelten sich also alle geladenen Väter um die unzähligen Bretter, Schrauben und Stangen. Wild diskutierend machten sie sich an die Arbeit. Dann das: Der Streik des Akkubohrers. Kein Problem möchte man meinen; sind ja genug Herren anwesend, die in ihrem Werkzeugkofferl die passenden Utensilien parat haben. Denkste! Dann der rettende Handgriff eines Papas nach seinem Handy. Ich: „Super! Wen rufst du denn an, damit er uns seinen Bohrer borgt?“ Entgeisterte Blicke bei meinem Gegenüber. „Ich telefonier doch nicht. Ich schau auf frents nach.“

Da waren wir also. Mittendrin in der Welt der Shared Economy. Bislang kannte ich den gemeinschaftlichen Konsum von Gütern nur vom Hörensagen. Ob bei Wohnungen, Fahrrädern oder Autos – das Phänomen „teilen statt besitzen“ ist bereits weit verbreitet. Carsharing und Couchsurfing sind längst keine Seltenheit mehr. Nun soll das Konzept auch für Dinge des alltäglichen Gebrauchs aufgehen?  Anscheinend, glaubt man den Gründern der neuen sozialen Plattformen wie frents, bei denen von der Werkzeugkiste bis zum Dreirad alles geteilt und getauscht werden kann. Dass man durchs Tauschen sogar seinen Lebensstil verbessern kann, zeigt das Experiment eines jungen Kanadiers. Von der Büroklammer zum eigenen Haus – so seine schräge Grundidee. Unglaublich, aber wahr: es hat geklappt. Über ein online Netzwerk bot er sein Startobjekt an. In den folgenden Monaten konnte er sowohl einen Campingkocher, einen Plattenvertrag, einen Lieferwagen und einen Motorschlitten für kurze Zeit sein Eigen nennen. Ein Jahr und nur 14 Tauschgeschäfte später hatte er tatsächlich ein Eigenheim. Sieht so unsere Zukunft aus? Kaufen wir nicht mehr, sondern beschränken wir uns aufs Borgen und Tauschen? Wollen wir wirklich nicht mehr haben, sondern nur noch nutzen, wenn wir gerade etwas brauchen? Und: Was bedeutet diese Entwicklung für die Wirtschaft? Ihre Meinung ist gefragt? TEILEN Sie Ihre Erfahrungen mit uns!

Übrigens: Dank frents und eines netten Mit-Users, der seinen Akkubohrer kostenlos mit uns teilte, konnten wir das Klettergerüst dann doch noch aufbauen und die Geburtstagsfeier war gerettet.

Und wer dringend mehr über Sharing wissen will, den interessiert sicher der BRAND EINS Kongress am 14. November 2013 in Hamburg. Mehr Infos unter www.brandeins.de/konferenz