Über erfreuliche oder weniger erfreuliche Aspekte von Social Media habe ich in diesem Blog schon öfter geschrieben.  Heute probiere ich es mal aus einer anderen Perspektive. Ganz unter dem Motto: Selbst ist die Frau, oder vielmehr die Agentur. Und in diesem Fall sogar das Gemüse.Verwirrend? Ja tatsächlich, diese Einleitung braucht erst eine Erklärung.

Am Anfang steht – wie so oft – eine spezielle Aufgabe: Wie kommunizieren wir, dass mehr Gemüse auf die städtischen Balkone, Terrassen und in Innenhöfe soll? Und zwar so, dass es auffällt, und auch so, dass vor allem junge, urbane Österreicherinnen darauf aufmerksam werden?

Als Antwort auf diese Frage begann eine etwas spezielle Idee in den Köpfen des jungen und schon etwas reiferen Agenturgemüses Wurzeln zu schlagen: Stellen Sie sich vor, Sie begegnen einer Karotte im Kaffeehaus. Oder eine Tomate sitzt neben Ihnen im Bus, während Ihnen eine Erbse von der nächsten Haltestelle aus zuwinkt. Was tun Sie? Ich meine, außer sich zu wundern?

Ganz auf Ihre Neugierde und Social-Media-Kompetenz setzend, dachten wir uns: Sie fragen die Facebook- oder Twitter Community, was denn da nur los sei. Und dann bekommen Sie als Antwort: Das ist die erste Gemüsedemo Wiens, bei der bellaflora MitarbeiterInnen und erntefrische AktivistInnen für mehr Grünzeug in der Stadt plädieren. Klingt nach einem Plan, oder?

Das dachten wir auch, und haben diese Idee unserem Kunden bellaflora präsentiert. Siehe da – auch dort gefiel die knackige Aktion. Spontan entschied man: Der Gemüseauflauf soll stattfinden.

Bald darauf wanderten 40 Gemüseaktivisten durch Wien, besuchten Museen, plauderten mit Straßenbauarbeitern und irritierten die Gardesoldaten bei einem Auftritt am Heldenplatz. Journalisten fanden die Aktion auch lustig, posteten und berichteten über ihre außergewöhnlichen Begegnungen. Und dann waren da natürlich tausende Passanten, die auch direkt auf Karotte und Co. zugingen, sich mit ihnen fotografieren ließen und hoffentlich inspiriert weiter spazierten. Und ein paar Wochen später hat es die Gemüsedemo sogar noch auf die Uni geschafft, als Best-Practice-Beispiel in einer Übung für angehende PR-Experten.

Einen kleinen Einblick, wie das ganze live ausgesehen hat, gibt es hier.

Wir hoffen natürlich sehr, dass die bellaflora Gemüsedemo noch lange in den Köpfen der Menschen bleibt und auf ihren Terrassen und Balkonen tatsächlich Wurzeln schlägt.

Was denken Sie? Bringen Aktionen wie diese Farbe und Spaß ins Leben oder sind sie verzichtbar? Wie viel Überraschung wollen und brauchen wir im alltäglichen Trubel?