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Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass strategisch ausgerichtete und konsequent umgesetzte Kommunikationsarbeit wesentlich zum Erfolg von Unternehmen beiträgt. Nur ist es nicht so einfach, diesen Beitrag genau beziffern. Dafür gibt es viele unterschiedliche Gründe. Beginnen wir doch ganz am Anfang, bei der Kostenwahrheit. Wie viel wird denn wirklich in Kommunikation investiert und welches Ergebnis kann ein Unternehmen im Gegenzug realistischer Weise  erwarten?

Man würde glauben, dass eine solche Aufstellung doch ganz einfach sein müsste – zumindest so lange es um die Investitionen geht. Schließlich gibt es doch Rechnungen für Drucksorten oder die neue Social Media Kampagne. Aber Kommunikation versteht sich nun mal viel breiter und ist über weite Strecken in Personalkosten versteckt. Nehmen wir nur das Beispiel eines CEO, der unzählige Stunden damit zubringt, seine Eigentümer, Investoren, Mitarbeiter und Medien über das Unternehmen zu informieren. Er wird kaum gesonderte Stundenaufzeichnungen führen, um sie dem Bereich Kommunikation und darin auch noch unterschiedlichen Projekten zuzuordnen. Kostenwahrheit ist also nicht so einfach herzustellen.

Diese Problematik der Kostenzuordnung stellt sich aber nicht erst auf höchster Ebene. Eines meiner Lieblingsbeispiele stammt von einem Controller, der mich am Rande eines Workshops kürzlich  fragte, wie wir denn mit den Ehda-Kosten umgingen. Ich gebe ja gerne zu, dass meine betriebswirtschaftlichen Kenntnisse nach AHS-Matura und Publizistikstudium lückenhaft sind. Also habe ich kein Problem, diesbezügliche Unwissenheit zuzugeben. Der Controller antwortete mit einem Beispiel: „Nehmen wir an, Sie legen einen Kostenvoranschlag für einen Event vor, genau kalkuliert nach Arbeitszeit und Fremdkosten. Den überwiegenden Teil der Arbeitszeit streicht Ihnen der Auftraggeber raus, denn die darin enthaltenen Tätigkeiten kann Frau Müller aus dem Sekretariat problemlos mitübernehmen. Frau Müller ist ja eh-da.“ Dass Frau Müller in der Zeit, in der sie eh-da ist, auch Geld kostet, wird gerne übersehen.

Wenn wir also sinnvolle Controlling-Systeme in der Kommunikation einführen wollen, und die halte ich für wichtig und wünschenswert, dann brauchen wir gute und funktionierende Parameter. Kostenwahrheit wäre ein schöner Anfang.

Wie halten Sie’s denn mit  Controlling in der PR?