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Eiermuseum in Winden am Neusiedler See: 4.000 Eier aus aller Welt umfasst die Sammlung von Künstler und Sammler Wander Bertoni.
Architektur: gaupenraub. Foto: www.eiermuseum.com


WERBUNG IN EIGENER SACHE

Eier Benedict, Spiegelei, Ei im Glas, von Tiffany oder Fabergé oder gar das Ei des Columbus. Ob hart oder weichgekocht – bunt muss es jetzt sein. Osterzeit ist Eierzeit! Und das bedeutet Hochbetrieb im Hühnerstall! Jährlich werden in Österreich rund zwei Milliarden Eier verspeist – das sind 236 Stück pro Mann und Nase. Alleine 50 Millionen Eier gehen an den Tagen rund um Ostern über den Ladentisch – fast zwei Drittel davon bereits vorgekocht und eingefärbt …

So spannend diese Information auch ist, so wenig weltbewegend ist sie gleichzeitig – womit sich der aufmerksame Leser dieses Blogs vollkommen zu Recht fragen wird: Was haben knallbunte Eier mit Architektur und Kommunikation zu tun?“ Das will ich gleich erklären – oder noch besser mit den Worten des Automobil-Pioniers Henry Ford sagen: „Enten legen ihre Eier in aller Stille. Hühner gackern dabei wie verrückt. Was ist die Folge? Alle Welt isst Hühnereier!“, so der Marketingexperte Ford. Umgelegt auf die Architektur heißt das: Wer Gutes baut sollte das auch weitererzählen. Denn wer mehr erzählt, darf in der Regel auch mehr bauen. Und wer mehr baut, hat mehr zu erzählen usw… Womit dann wohl auch gleich das Ei des Columbus geknackt wäre.

Es geht also nicht nur um bunte Eier, sondern die Erfolgsgeschichte des Hühnereis und die Antwort auf die Frage aller Fragen „Was war zuerst da – Ei oder Henne? Immerhin gehört das Hühnerei heute zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln, und das, obwohl eigentlich niemand wirklich weiß, wie es seinen beispiellosen Siegeszug auf den Speiseplan der Menschheit bewerkstelligt hat. In aller Stille und Bescheidenheit war es nicht!

Und damit abschließend zurück zur Architektur: Auch in der Architektur dreht sich mitunter alles ums Ei, wie beispielsweise beim Eiermuseum in Winden am Neusiedlersee. Seit den 1950er-Jahren sammelt der Künstler Wander Bertoni Eier. Um seine rund 4.000 Exponate umfassende Sammlung würdig zu präsentieren, errichtete er nach den Plänen des Wiener Architekturbüros gaupenraub ein architektonisch einzigartiges Gebäude: Ein gläsernes Nest auf zwei filigranen Beinen und darauf eine kupferblechverkleidete Haube – für die besonders lichtempfindlichen, bemalten Einzelstücke.