Ich freue mich schon wieder aufs Bergsteigen und Wandern im Frühling. Wegen der guten Luft, wegen der Sonne, wegen der Bewegung und …… wegen der allgemeinen „Hinweislosigkeit“.
Bis auf wenige Ausnahmen ist man da oben nämlich im Großen und Ganzen sich selbst überlassen. Man erhält vielleicht hie und da einen Tipp von einem Entgegenkommenden oder einen Hüttenwirt oder man sieht auch Wegweiser.

Aber es gibt niemanden, der so Ratschläge gibt wie „Bitte seien Sie achtsam! Zwischen Bahnsteig und U-Bahntür ist ein Spalt!“ oder „Bitte überlassen Sie Ihren Sitzplatz anderen, wenn diese ihn notwendiger brauchen“. Dies ist keine Geschichte gegen die Öffis in Wien. Denn ich nutze sie selbst aktiv – sie funktionieren, sie sind sauber, sie bieten gute Infrastruktur.
Aber sie sind auch ein Beispiel für eben diesen neuen Trend, jedem Individuum ein Mindestmaß an Eigenverantwortung und Mitdenken abzunehmen. Warum? Will man die Menschen dummreden? Traut man ihnen gar nicht mehr zu, selbst zu schauen, mitzudenken und dementsprechend zu entscheiden und zu handeln? Dafür gibt es keinen Grund. Höchstens für jene, die sich jetzt schon darauf verlassen, dass jemand anderer ihnen vorsagt, worauf sie achten sollen. Aber das sollen bitte nicht mehr werden.

Selbstverständlich gibt es Situationen, in denen Warnungen angebracht sind, damit niemand gefährdet wird. Das Problem ist nur, wenn permanent auf irgendwelche Selbstverständlichkeiten hingewiesen wird, gehen die wirklich wichtigen Dinge unter.

Daher denke ich, dass weniger mehr ist. To whom it may concern: Lasst uns doch bitte so oft wie möglich selbst denken, entscheiden und handeln. Wir wollen es nicht verlernen.

Ach ja, und bitte seien Sie achtsam beim Schließen Ihres Internetbrowsers.