Nicht immer entscheidet die Qualität der Architektur, ob diese über die Medien verbreitet und in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird.
Schon klar, wenn etwas besonders misslungen ist, die Kosten bereits während der Rohbauphase explodieren, schwere Baumängel zum Baustopp führen oder gar etwas einstürzt, dann bedarf es selbstverständlich keiner besonderen Bemühungen um mediale Aufmerksamkeit zu erzielen. Dann haben es schon immer alle Experten vorher gewusst, warum etwas schief gehen musste und, dass das Projekt von Anfang an zum Scheitern verurteilt war. Ein gefundenes Fressen für die Presse! Nichts bringt mehr Leser als ein handfester (Bau)Skandal und ist – ganz ehrlich – angesichts tagtäglicher Wirtschaftsdepressionsmeldungen und wiederkehrender Politskandale doch tatsächlich auch eine willkommene Abwechslung.

Doch was ist, wenn beim Planen und Bauen einfach nichts schiefgeht? Wenn weder Baugrundspekulationen noch einstürzende Neubauten Anlass zum Aufruhr geben. Wenn nicht einmal die Architektur selbst aggressiv genug ist, um die Gemüter auf der Straße in Wallung zu versetzen oder die Anrainer dazu bringt im Schulterschluss gegen ein gemeinsames Feindbild – den Architekten wohlgemerkt – auf die Barrikaden zu gehen? Was, wenn das Gebaute vielleicht sogar gefällt? Wenn die Architektur funktional überzeugt, kostengünstig – klimaneutral – energiesparend und umweltbewusst ist? Hand aufs Herz: Kein Hahn kräht danach! Ist doch eh selbstverständlich – oder?

Obwohl wir tagein – tagaus einen Großteil unseres Lebens in Gebäuden verbringen und – wenn wir nicht gerade eben erst in der Sahara (oder an irgendeinem anderen weltabgeschiedenen Ort) verschollen sind – permanent von Architektur umgeben sind, spielt sie in der Öffentlichkeit nur eine untergeordnete Rolle. Es bedarf also ganz neuer Strategien der Architekturvermittlung – der Art wie Architektur an den Mann bzw. an die Frau gebracht wird. Damit sie nicht nur in den einschlägigen Branchenmedien Widerhall findet und ansonsten außerhalb einer kleinen, eingeschworenen Szene sang- und klanglos verhallt.

Hier sind Architekten gefragt, die nicht nur ihr kreatives Handwerk verstehen, sondern auch gute Erzähler sind. Und es braucht Vermittler, die wissen, wie man Architektur erzählbar macht, die quasi als Übersetzer beide Sprachen sprechen – die der Kreativen und die der Journalisten. Denn ob Architektur bzw. deren Protagonisten überhaupt in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, bleibt keineswegs dem Zufall überlassen! Wer weiß wie Journalisten ticken – wie sie denken und arbeiten, nach welchen Kriterien sie Themen auswählen und welche Parameter über Sein- oder Nichtsein in der Architekturberichterstattung entscheiden – hat die Nase vorn.

Welches Projekt? Zu welchem Zeitpunkt? An welche Medien? Welche Fotos? In welcher Qualität? Und wie viele? Redaktionsschlüsse? Fristenläufe?, etc… Fragen über Fragen!
Aber: Nur keine Panik! Wie man Architektur zur Schlagzeile macht, wie man Themen und Inhalte aufbereiten muss, um sie für Medienmacher und Medienkonsumenten interessant zu machen, ist durchaus erlernbar

Mehr dazu unter: http://www.cokotrain.at/architecture/5