Die erste Arbeitswoche nach dem Weihnachtsurlaub ist geschafft. Die Flut an mehr oder weniger wichtigen Nachrichten war  überbordend, nicht wahr? So manche dieser Nachrichten hätten wir nicht lesen müssen, wenn es die Funktion „Antworten an alle“ nicht gäbe. In wenigen Fällen ist sie ein Segen, in den meisten allerdings ein Fluch.

Nehmen wir nur das Beispiel einer Terminvereinbarung via E-Mail: 10 Personen sollen an einem Meeting teilnehmen, die Organisatorin schickt an alle ein Mail mit drei Vorschlägen aus – und tritt damit eine Lawine los. Dank der „Antworten an alle“-Funktion erfahre auch ich von allen wann sie können, wann sie nicht können und warum. Sind diese Informationen für mich wichtig? Nein. Sind sie für die Organisatorin wichtig? Ja. Warum also nicht nur ihr antworten?

Das gleiche funktioniert aber auch mit Ehrungen oder der Freude über ein jüngst abgeschlossenes Studium. Alle Adressaten antworten allen – warum? Damit alle nachschauen können, wer schon gratuliert hat und mit welchen Worten? Zum Zweck der sozialen Kontrolle? Warum nicht nur dem oder der Glücklichen gratulieren? Das wäre ganz einfach möglich durch den Klick auf den Button gleich neben „Antworten an alle“, den Button, der nur „Antworten“ heißt. Und jeder von uns würde sicher fünf bis zehn E-Mails am Tag weniger bekommen. Rechnen wir das mal hoch auf das ganze Unternehmen, auf ganz Österreich, ganz Europa und die ganze Welt. Eine enorme Menge an sinnlosen Mails würde nicht mehr verschickt.

Ich denke, es wäre ein schöner Vorsatz für das neue Arbeitsjahr, bei jedem Antwortmail zu entscheiden, für wen die Information wirklich wichtig ist. Ist jedenfalls leichter als mit dem Rauchen aufzuhören oder keine Schokolade mehr zu essen. In diesem Sinne: Allen ein erfolgreiches und erfreuliches Neues Jahr!